Offenes Verfahren
Verfahrensablauf: Einstufiges Vergabeverfahren mit einmaliger, Ăśffentlicher Aufforderung zur Angebotsabgabe
Mindestfristen: 35 Kalendertage fĂźr die Angebotsabgabe (52 Kalendertage bei postalischer Ăbermittlung)
Anwendungsbereich: Standardisierte IT-Dienstleistungen, Software-Lizenzierung, Hardware-Beschaffung
â ď¸ Rechtliche Compliance-Risiken
Verspätete Angebotsabgaben fĂźhren zum zwingenden Ausschluss gemäà § 57 Abs. 1 Nr. 1 VgV. Es wird empfohlen, technische Ăbermittlungsprobleme durch frĂźhzeitige Abgabe zu antizipieren.
Nicht-offenes Verfahren
Verfahrensablauf: Zweistufiges Verfahren mit EignungsprĂźfung und nachgelagerter Aufforderung zur Angebotsabgabe
Mindestfristen: 30 Kalendertage fßr Eignungsanträge, 30 Kalendertage fßr Angebotsabgabe
Anwendungsbereich: Komplexe IT-Projekte, kundenspezifische Softwareentwicklung
â ď¸ Verfahrensrechtliche Risiken
Die erfolgreiche Eignungsprßfung begrßndet keinen Anspruch auf Vertragserteilung. Auch geeignete Unternehmen unterliegen der vollständigen Wertung in der zweiten Verfahrensstufe.
Verhandlungsverfahren
Verfahrensablauf: Direkte Verhandlungen mit ausgewählten Unternehmen unter Beachtung der Vergabegrundsätze
Verfahrensdauer: Variabel, abhängig von der Verhandlungskomplexität
Rechtliche Voraussetzungen: Beschränkt auf spezifische Tatbestände (Dringlichkeit, erfolglose Verfahren, technische Einzigartigkeit)
â ď¸ Anwendbarkeitsbeschränkungen
Die Anwendung erfordert eine substantiierte rechtliche BegrĂźndung. Auftraggeber mĂźssen die Ungeeignetheit anderer Verfahrensarten darlegen und beweisen.
Wettbewerblicher Dialog
Verfahrensablauf: Mehrstufiger Dialog zur Entwicklung und Optimierung von LÜsungsansätzen
Verfahrensdauer: Umfangreicher Prozess mit mehreren strukturierten Dialogphasen
Anwendungsbereich: GroĂprojekte der digitalen Transformation, komplexe innovative SystemlĂśsungen
â ď¸ Wirtschaftliche Verfahrensrisiken
Das Verfahren erfordert erhebliche Ressourcen ohne Gewähr fßr eine Beauftragung. Unternehmen sollten Kosten fßr mehrfache Dialogteilnahme und LÜsungsentwicklung kalkulieren.
Innovationspartnerschaft
Verfahrensablauf: Strukturierte Partnerschaft fĂźr Forschung, Entwicklung und nachgelagerte Beschaffung
Phasengliederung: Aufteilung in Forschungs- und Entwicklungsphasen mit definierten Meilensteinen
Maximale Vertragslaufzeit: Forschungsphase typischerweise 24-36 Monate
Anwendungsbereich: Innovative Technologieentwicklung ohne verfĂźgbare MarktlĂśsungen
â ď¸ Entwicklungs- und IP-Risiken
Es besteht keine rechtliche Garantie fßr die Beschaffung der entwickelten LÜsung. Vereinbarungen zum geistigen Eigentum bedßrfen sorgfältiger vorvertraglicher Regelung zum Schutz der Investitionen.
Rahmenvereinbarungen
Rechtliche Struktur: Dachverträge mit vordefinierten Konditionen fßr nachgelagerte Einzelabrufe
Maximale Laufzeit: 4 Jahre gemäà § 21 VgV
Vertragstypen: Einzelanbieter-Rahmenverträge oder Mehrfachanbieter-Rahmenvereinbarungen
â ď¸ Abruf- und Wettbewerbsrisiken
Rahmenverträge begrĂźnden keinen Anspruch auf Einzelbeauftragungen. Bei Mehrfachanbieter-Systemen erfolgen regelmäĂig erneute Wettbewerbsverfahren fĂźr Einzelabrufe.